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Beitrag Verfasst: Mittwoch 1. Juli 2009, 17:59 
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Pressethread Juli 09.
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Beitrag Verfasst: Mittwoch 1. Juli 2009, 18:00 
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hib-Meldung
205/2009
Datum: 01.07.2009

heute im Bundestag - 01.07.2009
Im Bundestag notiert: Contergan-Tabletten

Familie/Antwort

Berlin: (hib/SKE) Die Bundesregierung geht nicht davon aus, dass der in den Contergan-Tabletten enthaltene Wirkstoff Thalidomid von den Nationalsozialisten entwickelt wurde. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung (16/13308) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (16/13086) hervor. Nach Angaben der Firma Grünenthal, die Contergan herstellte, sei der Wirkstoff 1954 von der Firma entwickelt worden. Es gebe keinen Anlass, die Aussage zu bezweifeln.
Herausgeber

Deutscher Bundestag, PuK 2 - Parlamentskorrespondenz

Verantwortlich: Saskia Leuenberger
Redaktionsmitglieder: Dr. Bernard Bode, Götz Hausding, Claudia Heine, Sebastian Hille, Sandra Ketterer, Michael Klein, Hans-Jürgen Leersch, Johanna Metz, Annette Sach, Helmut Stoltenberg, Alexander Weinlein
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Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. Juli 2009, 15:21 
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Contergan-Geschädigte klagen in Karlsruhe

Karlsruhe (dpa) Contergan-Geschädigte wollen beim Bundesverfassungsgericht höhere Rentenzahlungen durchsetzen. Das Gericht in Karlsruhe bestätigte am Donnerstag den Eingang einer entsprechenden Verfassungsbeschwerde. Darin rügt der bei Stuttgart ansässige Verein Contergan-Netzwerk, dass der Staat seiner Pflicht zur Versorgung der Opfer nur unzureichend nachkomme. Die derzeitigen Renten zwischen rund 250 und gut 1100 Euro monatlich lägen niedriger als die Ansprüche anderer Arzneimittelgeschädigter.

Nach den Worten der Kläger erhalten die Opfer zudem nur einen Bruchteil dessen, was die rheinische Firma Grünenthal hätte zahlen müssen, die das Schlafmittel 1957 auf den Markt gebracht hatte. Weil der Staat mit der Errichtung der Stiftung "Hilfswerk für Kinder" - finanziert von Grünenthal sowie vom Staat - alle direkten Ansprüche gegen die Firma ausgeschlossen habe, sei er nun selbst in der Pflicht, die Versorgung der Contergan-Opfer sicherzustellen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das damals auch von Schwangeren eingenommene Medikament führte allein in Deutschland bei rund 5000 Kindern zu schweren Missbildungen, viele starben kurz nach der Geburt. Vier Jahre nach der Einführung zog Grünenthal das Medikament zurück.


Donnerstag, 02. Juli 2009 (12:35)

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Beitrag Verfasst: Dienstag 7. Juli 2009, 15:28 
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Contergan-Opfer klagen

1116 Euro für ein Leben ohne Arme

Stuttgart
-
Wie viel darf ein Leben ohne Arme und Beine kosten? 1116 Euro im Monat. So viel sieht das Conterganstiftungsgesetz für einen Vielfachgeschädigten des wohl größten Skandals der Arzneimittelgeschichte vor. "Damit ist nicht einmal die Grundversorgung gedeckt", sagt Christian Stürmer, Vorsitzender des Stuttgarter Contergan-Netzwerks. "Die meisten Betroffenen leben auf Sozialhilfeniveau."

Der 47-jährige Jurist hält das für verfassungswidrig. Vergangene Woche ist seine 54-seitige Beschwerde beim höchsten deutschen Gericht in Karlsruhe eingegangen. "Der Staat kommt seiner Pflicht gegenüber den Contergan-Opfern nicht nach. Jeder andere Arzneimittelgeschädigte bekommt mehr Geld", so der Vorwurf.

Dass der Staat und nicht der Pharmakonzern Grünenthal für die Opfer aufkommen muss, liegt in einem Vergleich aus dem Jahr 1970 begründet. Damals lief der aufsehenerregende Prozess gegen die Herstellerfirma des Schlafmittels Contergan, durch das 10000 Kinder weltweit mit zum Teil schweren Missbildungen geboren wurden.

Im Laufe des Verfahrens einigten sich die Eltern einiger geschädigter Kinder, die als Nebenkläger auftraten, mit Grünenthal: Gegen einen Entschädigungsbetrag von 100 Millionen Mark verpflichteten sie sich, keine weiteren Schadenersatzansprüche zu erheben. Der Prozess wurde eingestellt, das Geld in die Stiftung Hilfswerk für behinderte Kinder (seit 2003 Conterganstiftung für behinderte Menschen) überführt. Diese Stiftung, in die der Bund im Laufe der Jahre weitere 320 Millionen Mark steckte, sollte für die Versorgung der Contergan-Opfer aufkommen.

"Damals ging allerdings niemand davon aus, dass wir so lange leben würden", sagt Stürmer zynisch. Das Stiftungsvermögen ist seit 1997 aufgebraucht. Seither werden alle Leistungen an die etwa 2800 ConterganGeschädigten in Deutschland aus Haushaltsmitteln des Bundes bezahlt. Mehr als 318 Millionen Euro hat der einstige Vergleich den Staat bislang gekostet.

Stürmer ist wütend darüber, dass der Gesetzgeber Grünenthal damals nicht in die Pflicht genommen hat. "Der Staat hat den Opfern jede Möglichkeit genommen, Ansprüche gegenüber ihrem Schädiger geltend zu machen, ohne für Ersatz zu sorgen", sagt er und ist sich sicher: "Dadurch erhalten wir nur einen Bruchteil von dem, was Grünenthal hätte zahlen müssen."

Bereichern wolle sich das Netzwerk mit der Verfassungsklage nicht. "Wir wollen nur genug Geld, um die Nachteile, die uns durch unsere Behinderung entstehen, ausgleichen und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können." Die meisten Geschädigten hätten zwischenzeitlich trotz der Behinderung ihren Platz in der Gesellschaft gefunden und einen Beruf ausgeübt. Doch heute, mit etwa 50 Jahren, litten sie unter Spät- und Folgeschäden.

"Wenn Sie keine Arme haben und Ihr Leben lang mit den Füßen essen, rauchen und schreiben, bekommen Sie zwangsläufig irgendwann Probleme mit der Hüfte oder der Wirbelsäule", erklärt der Orthopäde und Contergan-Spezialist Jürgen Graf aus Nürnberg. Viele seiner Patienten hätten kaputte Gelenke und so schwere Arthrose, dass sie nicht mehr arbeiten könnten. "Anspruch auf Frührente haben die wenigsten", sagt Stürmer.

Bleibt das Geld vom Bund. Je nach Behinderungsgrad gibt es zwischen 252 und 1116 Euro. "Davon müssen wir viele Leistungen bezahlen, die wir nur aufgrund unserer Behinderung in Anspruch nehmen müssen", erklärt Stürmer. Den Umbau zu einer barrierefreien Wohnung etwa. Oder eine Putzhilfe. Ein Auto bekommen nur Betroffene gestellt, die einen Beruf ausüben. "Wer aber wie ich Schäden an den Beinen hat, kommt ohne Auto nicht einmal zum Briefkasten", sagt Stürmer. Vor allem die Zukunft seiner Familie macht dem Stuttgarter Sorgen. Eine Lebensversicherung habe er nicht abschließen können. "Jemanden wie mich nimmt keine Versicherung."

2500 Euro im Monat fände Stürmer für ein Leben ohne Arme angemessen. Verglichen mit dem Ausland ein relativ bescheidener Betrag. In Großbritannien etwa beläuft sich die Contergan-Rente auf knapp 4000 Euro im Durchschnitt. Auch in Italien sind die Betroffenen besser gestellt als in Deutschland. Zwischen 2200 und 4000 Euro bekommen sie laut Stürmer.

Sollte das Bundesverfassungsgericht seine Klage abweisen, will der Jurist seinen Weg weitergehen - zur Not bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.


Carolin Sadrozinski

07.07.2009 - aktualisiert: 06.07.2009 19:21 Uhr


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Beitrag Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 21:05 
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PDF Datei Für ein selbstbestimmtes Leben


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LG
Frank62 (Der Chef)


Rechtschreib- und Grammatikfehler sind beabsichtigt
und unterliegen dem Copyright des Verfassers !


95% aller Computerprobleme befinden sich vor dem Monitor.

Und hier der Wink mit dem Zaunpfahl...

 Profil Website besuchen ICQ YIM  


Beitrag Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 14:47 
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Pharmakonzern
Contergan-Geschädigte erhalten Geld
© ZEIT ONLINE, dpa, sp 15.7.2009 - 15:15 Uhr

Opfer des Schlafmittels Contergan erhalten Sonderzahlungen vom Pharmakonzern Grünenthal, aber auch von der Bundesregierung


Rund 2800 Contergan-Opfer leben in Deutschland. Ihnen hatte der Aachener Pharmakonzern Grünenthal schon vor einem Jahr eine weitere Entschädigung versprochen. Jetzt wurde das Geld an die Contergan-Stiftung überwiesen. Zusätzlich zahlt die Bundesregierung weitere 50 Millionen Euro.

Die ersten beiden Auszahlungen sollen Ende 2009 und Anfang 2010 erfolgen. Je nach Schwere ihres Falls erhalten die Betroffenen über 25 Jahre einen Jahresbetrag von bis zu 3500 Euro, teilte der Bundesverband Contergan-Geschädigter mit.


Das sei ein wesentlicher Teilerfolg, hieß es bei der Stiftung, erfülle aber nicht die Erwartungen der Geschädigten. "Wir wünschen uns weitere Leistungen von Politik und Grünenthal", sagte die Vorsitzende Margit Hudelmaier. Der Verband erwarte eine weitere Rentenerhöhung und eine einmalige Zahlung von Grünenthal über 100.000 Euro an jeden Betroffenen.

Grünenthal hatte die Zahlung vor gut einem Jahr versprochen. Bis dahin hatte das Familienunternehmen lange Zeit zu seiner Contergan-Vergangenheit geschwiegen. Kurz davor hatte das Unternehmen noch vergeblich gegen die Ausstrahlung des ARD-Zweiteilers "Eine einzige Tablette" geklagt.

Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre waren weltweit mehrere Tausend Kinder zum Teil schwer fehlgebildet auf die Welt gekommen, weil ihre Mütter während der Schwangerschaft das lange rezeptfreie Schlafmittel Contergan eingenommen hatten. Nach einem Vergleich mit den Opfern hatte Grünenthal 1971 rund 56 Millionen Euro (110 Millionen Mark) in die Contergan-Stiftung für behinderte Menschen eingezahlt, der Bund steuerte weitere 51 Millionen Euro bei.

Seit 1997 ist das Geld aufgebraucht. Der Fonds, aus dem die noch lebenden Betroffenen eine monatliche Rente von maximal 545 Euro erhalten, wird seither allein vom Bund finanziert.

Grünenthal gilt als Spezialist bei Schmerzmitteln für Schwerkranke. Das Unternehmen hat über 5000 Beschäftigte und erzielte zuletzt einen Umsatz von knapp 900 Millionen Euro.


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Beitrag Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 16:37 
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Pressemitteilung Bundesverband 15.Juli 09


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Beitrag Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 21:47 
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Für Contergangeschädigte nur ein Teilerfolg

Von Christian Rein und Claudia Schweda | 15.07.2009, 21:23

Aachen. Die eine Seite spricht von einem «ersten Meilenstein», die andere von einem «Teilerfolg». Es geht voran in Sachen Contergan. Aber am Ende des Weges, das wissen alle Beteiligten, ist man noch nicht. Vorgestern überwies das Pharmaunternehmen Grünenthal die versprochenen 50 Millionen Euro in die Contergan-Stiftung.
Dort schlummerten weitere 50 Millionen im Stock, die bislang nicht verbraucht werden durften. Durch die Änderung des Stiftungsgesetzes ist das jetzt möglich. Das Grünenthal-Geld fließt nun in die neu formierte Stiftung.

Über 25 Jahre verteilt soll die Gesamtsumme an die in Deutschland noch lebenden 2800 Betroffenen nach Schädigungsgrad abgestuft ausgezahlt werden. Etwa 2500 Euro wären das im Schnitt pro Contergangeschädigtem pro Jahr. Maximal 3500 Euro, rechnen Grünenthal und der Bundesverband Contergangeschädigter vor, könnten zu der monatlichen Rente von 1116 Euro einmal jährlich hinzukommen. Die erste Auszahlung soll noch in diesem Jahr erfolgen, die zweite Anfang 2010.

«Das Unternehmen begrüßt, dass dadurch die finanzielle Situation der Contergan-Betroffenen deutlich verbessert werden kann», teilte Grünenthal gestern mit. «Das ist für uns aber nur ein erster Meilenstein», sagte Kira Goertz, Leiterin der Grünenthal-Unternehmenskommunikation gegenüber unserer Zeitung. Grünenthal bleibe weiter im Dialog mit Betroffenen und unterstütze aktiv, dass an weiteren Zustiftungen für die Contergan-Stiftung und einer noch besseren medizinischen Versorgung der Contergangeschädigten gearbeitet werde.

Auch Margit Hudelmaier, Vorsitzende des Bundesverbandes Contergangeschädigter, schlug gestern moderate Töne an. Dem Bundesverband mit seinen Mitgliedsverbänden sei an Teilerfolgen gelegen. Die Verdopplung der Rente im vorigen Jahr und nun die Sonderzahlungen seien «ein guter Schritt».

Aber ihr Forderungskatalog sehe vor, dass rückwirkend pro Geschädigtem im Schnitt bis zu 100.000 Euro nachgezahlt werden müssten. Die jetzt von Grünenthal gezahlte Summe sei angesichts dessen nur ein Teilerfolg, weil die maximal 3500 Euro jährlich an Sonderzahlung pro Geschädigtem auf 25 Jahre gerechnet nur ein Teil dieser Summe sei: 87.500 Euro.

Deshalb, sagte die Bundesverbandsvorsitzende, habe man deutlich signalisiert, «dass der Kampf für unsere Rechte noch nicht beendet ist.» Das wüssten Grünenthal und die Politik aber auch. Hudelmeier: «Wir hören nicht auf zu kämpfen, aber es muss auch mal Zeit fürs Durchatmen sein.»

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Beitrag Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 17:33 
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aerzteblatt.de

Thalidomid bei Lungenkrebs nicht wirksam

London – Thalidomid ist nicht in der Lage, die Prognose von Patienten mit kleinzelligem Bronchialkarzinom zu verbessern. Die randomisierte Studie im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2009; doi: 10.1093/jnci/djp200) dämpft die Hoffnungen auf einen Einsatz des ehemaligen Contergan®-Wirkstoffs in der Krebstherapie.

Auf das kleinzellige Bronchialkarzinom entfallen etwa 15 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen. Die Tumoren werden oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Sie sprechen dann zwar zunächst auf eine Chemo- und Radiotherapie an. Es kommt aber bald zu einer Resistenzentwicklung und zu Rezidiven.

Die Prognose ist in der Regel infaust (5-Jahresüberlebensrate bei ausgedehnter Erkrankung 2 Prozent). Da die meisten Tumore vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktoren bilden, mit denen die Tumoren die Bildung von Blutgefäßen stimulieren, ist eine Antiangiogenese als Therapieansatz im Gespräch.

Thalidomid soll antiangiogenetische Eigenschaften haben und die Therapieerfolge beim Plasmozytom, bei dem heute eine Indikation für Thalidomid oder das verwandte Lenalidomid besteht, haben eine Reihe von Studien bei anderen Krebserkrankungen veranlasst, so auch beim kleinzelligen Bronchialkarzinom.



An mehreren britischen Zentren waren 724 Patienten, die Hälfte davon mit ausgedehntem Tumorbefall, mit Placebo oder Thalidomid behandelt worden. Alle Patienten erhielten zusätzlich eine Standardchemotherapie aus Etoposid plus Carboplatin. Ergebnis: Thalidomid war nicht in der Lage, die Überlebenszeit von durchschnittlich 10 Monaten zu verlängern. Die Therapie verdoppelte indes das Risiko von thrombotischen Ereignissen.

Auch die Editorialisten Curzio Rüegg und Solange Peters von der Universität Lausanne raten deshalb strikt von einem Einsatz ab, zumal in früheren Studien ebenfalls keine günstige Wirkung beobachtet wurde (JNCI 2009; doi: 10.1093/jnci/djp208). Entweder besitze Thalidomid gar keine antiangiogenetische Wirkung oder das kleinzelligen Bronchialkarzinom sei nicht der richtige Tumor für diesen Behandlungsansatz, schreiben die Kommentatoren. © rme/aerzteblatt.de

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Beitrag Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 19:28 
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Ein Pressebeitrag aus Österreich
BZÖ Entschädigung für Contergan-Opfer

Zwischen 1958 und 1961 war das rezeptpflichtige, von der Firma
Grünenthal in Aachen erzeugte, thalidomidhältige Medikament
"Softenon" in Österreich zugelassen, heißt es einleitend in einem
BZÖ-Entschließungsantrag (659/A[E]). Es handelt sich dabei um
dasselbe Medikament das weltweit unter der Bezeichnung "Contergan"
auf tragische Art und Weise bekannt wurde. Während daraufhin
Contergan-Geschädigte Menschen in zahlreichen Ländern der Welt von
den nationalen Regierungen, die das Medikament zugelassen haben,
entschädigt wurden, haben die Betroffenen in Österreich weder von
staatlicher Seite noch von der Firma Grünenthal jemals eine
finanzielle Entschädigung bzw. eine den jeweiligen Bedürfnissen
entsprechende monatliche Rente erhalten.

Die "Selbsthilfegruppe der Contergan- und Thalidomidgeschädigten
Österreichs" wandte sich im Jahr 2008 mit der Bitte um Unterstützung
an den Bundespräsidenten, die Volksanwaltschaft und die zuständigen
Ministerien. Seit mehr als einem Jahr warten die Contergan-
Geschädigten nun auf eine konkrete Antwort der Politik. Eine
Entschädigungslösung für Contergan-Opfer müsse nun endlich rasch
umgesetzt werden, fordern BZÖ-Abgeordnete.

FPÖ fordert Unterstützungsfonds für Contergan-Geschädigte

Auch die Freiheitlichen setzen sich im Rahmen eines
Entschließungsantrags für die Entschädigung von Contergan-Opfern in
Österreich ein (668/A[E]). Bis zum Verbot des Wirkstoffes Thalidomid
Ende 1961 wurden weltweit an die 10.000 missgebildete Kinder geboren.
Die ca. 3.000 Überlebenden sind heute zwischen 46 und 52 Jahren alt
und leiden wegen den seit Geburt bestehenden körperlichen und/oder
organischen Fehlbildungen auch unter erheblichen gesundheitlichen
Spätfolgen.

Österreichische Contergan-Opfer, die nicht bis 31. Dezember 1983 bei
der deutschen Contergan-Stiftung Entschädigungszahlungen beantragten,
werden aus deutschen Stiftungsmitteln nicht unterstützt. Einige in
Österreich lebende Betroffene haben die ursprüngliche Antragsfrist
ohne ihr eigenes Verschulden versäumt. Die Bundesregierung sollte
sich daher aktiv dafür einsetzen, dass der Deutsche Bundestag
ausländischen Opfern eine weitere Möglichkeit der Antragstellung
einräumt. Zusätzlich müssten für diesen überschaubaren Personenkreis
Vorkehrungen auf nationaler Ebene getroffen werden (z.B.
Unterstützungsfonds aus Bundesmitteln), um existenzielle Notlagen im
Alter besser meistern zu können.


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Beitrag Verfasst: Freitag 24. Juli 2009, 06:58 
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Rhein-Berg

„100 Millionen Euro sind nicht genug“

Von LARS HEYLTJES, 24.07.09, 07:06h
Das „Zweite Gesetz zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes“ ist in Kraft getreten.50 Millionen Euro hat die Firma Grünenthal in die Stiftung für Contergan-Opfer...
BERGISCH GLADBACH. Das „Zweite Gesetz zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes“ ist in Kraft getreten.50 Millionen Euro hat die Firma Grünenthal in die Stiftung für Contergan-Opfer eingezahlt. Die Bundesregierung hat die Summe um 51,13 Millionen aufgestockt. Macht mehr als 100 Millionen für die Opfer: „Das Geld von Grünenthal wird auf 25 Jahre verteilt. Dabei weilt in zehn Jahren vermutlich ein Drittel der Opfer gar nicht mehr unter uns“, sagt der Bergisch Gladbacher Stephan Nuding, der selbst zu den Betroffenen zählt.

Im Herbst 2008 trat eine Gruppe um Nuding in den Hungerstreik. Solche Aktionen seien auch künftig durchaus im Bereich des Möglichen, so der Aktivist. Die Änderungen gehen den Betroffenen nicht weit genug. Die Gesamtsituation sei unbefriedigend. Die Opfer von Gewalttaten erhielten Schadenersatz, den Contergan-Geschädigten rate die Regierung, die Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen, so Nuding. „Deutschland hinkt weit hinter Europa her, in anderen Ländern sind die Entschädigungen wesentlich höher. Wir haben einen konkreten Schaden, die Regierung soll ihr Portemonnaie öffnen.“

Die Gruppe aus Schildgen hatte aufgrund von Verzögerungen bei der Gesetzesverabschiedung im Juni den nächsten Hungerstreik geplant, doch plötzlich ging in Berlin alles flugs über die Bühne: „Die müssen Wind von unserem Vorhaben bekommen haben“, schätzt Nuding. Er will nun die anstehende Bundestagswahl abwarten: „Unsere Kampagnen und Bestrebungen befinden sich in der Vorbereitung. Die Regierung ist noch lange nicht an ,Schmitz Backes' vorbei.“


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