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Beitrag Verfasst: Freitag 1. Juni 2012, 20:03 
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Hier in diesem Thread könnt Ihr die Presseberichte vom Juni 2012,
die sich rund ums Thema Contergan drehen nachlesen.
Kommentare zu den Presseberichten,wie immer in einem eigenen Thread :wink:
Solltet Ihr einen Pressebericht hier nicht finden,
dann gebt den Link zum Pressebericht an einen Mod,dann stellt er den Bericht hier ein.

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Beitrag Verfasst: Freitag 1. Juni 2012, 20:08 
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Thalidomide (= Contergan) II und das Schweigen der amerikanischen Medien
1. Juni 2012
Angesichts dieser journalistischen Landschaft überrascht es kaum, dass jetzt The Daily Mirror, eine britische Boulevardzeitung mit einer Auflage von 1,1 Millionen, die Diskussion des Vioxx-Skandals aufgreift, welcher das Leben von zehntausenden, wahrscheinlich hunderttausenden Amerikanern kostete

Von Ron Unz

Vor ein paar Jahren erklärte mir Pulitzerpreisträger Sydney Schanberg, einer von Amerikas meistgefeierten Journalisten im Vietnamkrieg und ehemaliger leitender Redakteur der New York Times, die traurige Realität unserer bedeutenderen Zeitungen. Wie er sagte, bestand generell eine streng disproportionale Beziehung zwischen der geografischen Entfernung vom Sitz der Zeitung und der Bereitschaft seitens deren Führungskräften, rechtswidriges Handeln und Korruption zu untersuchen. Während also die New York Times immer sehr darauf aus war, ihre pflichteifrigen Reporter die Tiefen von vermuteten Skandalen in Chicago, oder besser noch in Kabul, Moskau oder Peking ausloten zu lassen, wurden ähnliche Recherchen über Fehlverhalten eine oder zwei Meilen entfernt im Rathaus oder in Albany (Hauptstadt des Staates New York) im Norden üblicherweise viel weniger ermutigt.

Obwohl Schanbergs Beschreibung sehr allgemein und unpersönlich war, erfuhr ich aus verschiedenen anderen Quellen, dass sein Widerwillen, seinen journalistischen Eifer einzuschränken und sich anstatt auf den Splitter im Auge der Fremden auf den Balken in den Augen unserer eigenen Leute zu konzentrieren, der hauptsächliche Grund war für seinen letztendlichen Abschied von der Gray Lady (Grauen Dame = New York Times).

Als teilweise Bestätigung dieses traurigen, oft übersehenen Aspekts des amerikanischen Journalismus sollten wir uns den bedauerlichen aber verblüffenden Fall Bernard Keriks vor Augen halten, eines Schulabbrechers der High School, von dem letztendlich enthüllt wurde, dass er eine ansehnliche Vergangenheit von Verbindungen mit dem organisierte Verbrechen hat und der zur Zeit eine Haftstrafe in einem Bundesgefängnis wegen Korruption absitzt. Merkwürdig genug, keine dieser Geschichten kam ans Licht in der Zeit, in der er als Bürgermeister Rudolph Giulianis handverlesener New Yorker Polizeichef diente, eine Zeit, in die auch die Attacken des 9/11 fielen, auch nicht später, als er unter der amerikanischen Okkupationsregierung zum Innenminister des Irak bestellt wurde, und auch nicht später, als er von Präsident Bush nominiert wurde, um als Amerikas erster nationaler Geheimdienstdirektor zu dienen, ein nach 9/11 geschaffener Posten, der alle unsere zahlreichen inländischen Geheimdienste koordinieren und überwachen sollte. Vermutlich werden andere Länder das als eine ziemlich eigenartige Angelegenheit betrachten und sich wundern, wie jemand mit offenkundigen Mafiaverbindungen – bis er aufgrund eines geringfügigen Kindermädchen- und Sexskandals aufflog – in nächste Nähe der Aufsicht über alle inländischen Sicherheitsaktivitäten der weltgrößten Supermacht gelangte, aber unsere eigenen Medien schienen eher uninteressiert an diesem seltsamen Rätsel zu sein und begruben diese Geschichte schnell.

Angesichts dieser journalistischen Landschaft überrascht es kaum, dass jetzt The Daily Mirror, eine britische Boulevardzeitung mit einer Auflage von 1,1 Millionen, die Diskussion des Vioxx-Skandals aufgreift, welcher das Leben von zehntausenden, wahrscheinlich hunderttausenden Amerikanern kostete, und diese mit dem berüchtigten Thalidomide-Skandal der 1950er und 1960er Jahre in Zusammenhang bringt, der seinerzeit massive internationale Aufmerksamkeit hervorgerufen hat. Damals wurde in den amerikanischen Medien und Elitekreisen sehr triumphiert über den Erfolg unserer eigenen sicherheitsbewussten FDA (Lebensmittel- und Medikamentenüberwachungsbehörde), die uns – im Gegensatz zu den inkompetenten Regierungsbehörden der Europäer – vor den schrecklichen medizinischen Folgen geschützt hat, darunter hunderte von schwer deformierten britischen Geburten.

Nachdem jedoch die Todesquote von Vioxx in Amerika vielleicht drei Größenordnungen größer war, scheint das Interesse der amerikanischen Medien dieses Mal um mindestens drei Größenordnungen kleiner zu sein. Es überrascht nicht gänzlich, dass nur die Zeitschrift in britischem Besitz The Week einen Kommentar des britischen Journalisten Alexander Cockburn brachte mit dem provokanten Titel „Als eine halbe Million Amerikaner starben und das niemand bemerkte.“ Während jetzt also vielleicht Millionen britischer Leser zumindest irgendwie eine Ahnung vom massiven Ausmaß der amerikanischen Todesquote infolge von Vioxx bekommen haben, ist die entsprechende Zahl in Amerika wahrscheinlich nicht der Rede wert, etwa so groß wie die derjenigen, denen der Namen „Bernard Kerik“ etwas sagt.

In einer anderen Angelegenheit betreffend britischen Journalismus veröffentlichte ich vor kurzem eine sehr scharfe Kritik von The Economist Newsweekly, das ich selbst seit 1979 abonniert habe, welches aber im Lauf des letzten Jahrzehnts immer weiter zu neokonservativem Nonsens abgestiegen zu sein scheint. Nachdem ich diese Publikation seit langem bewundere, bin ich daher sehr froh, berichten zu können, dass deren lange Titelgeschichte über China und die chinesische Wirtschaft – genau das Thema, das davor meine Kritik erregt hatte – absolut hervorragend zu sein scheint, die Art von überlegtem, objektivem Journalismus, auf den der kürlich verstorbene legendäre Norman Macrae sicher stolz wäre.

Eines der Markenzeichen von The Economist war immer dessen offene Freimütigkeit und ich war erfreut zu sehen, dass sich diese bis heute gehalten hat, wobei die Untersuchung den Vergleich zwischen dem wirtschaftlichen Wachstum Chinas mit dem der Sowjetunion, eine Analogie, die die Chinaskeptiker gerne ziehen, als einfach „sinnlos“ hinstellt. Obwohl die Abhandlung von Simon Cox notwendigerweise viel länger und detaillierter war als meine eigene, gab es keinen einzigen signifikanten Punkt, dem ich größeres Gewicht verleihen würde, und ich empfehle sie sehr all denjenigen, die sich für Chinas wahrscheinliche zukünftige Entwicklung interessieren.

Was die chinesisch/amerikanischen Fragestellungen betrifft, auf die ich in meiner kürzlichen Abhandlung eingegangen bin, meinte vor kurzem ein privater Kommentator mir gegenüber, dass ein entscheidender Unterschied zwischen dem Verhalten der herrschenden Eliten Chinas und denen in unserem Land in der Geschichte liegt. Die chinesische Revolution ist noch nicht völlig vergessen, schon gar nicht von den Mitgliedern des heutigen Politbüros, nachdem viele von deren Vätern und Großvätern diese angeführt haben. Vermutlich fürchten sie daher, dass falls ihr Missverhalten ein zu unerhörtes Ausmaß annimmt, die Massen bockig werden und ihre Köpfe eines Tages auf Stangen aufgespießt herumgetragen werden. Amerikas Revolution liegt Jahrhunderte zurück und war auch lange nicht so blutrünstig, so dass unsere Eliten viel weniger Angst haben und daher dreister sind in ihrem zunehmend rechtswidrigen Verhalten.

Grob gesagt sind Chinas Führer damit zufrieden, vielleicht 5% des nationalen Einkommens jährlich für sich und ihre Freunde und Verwandten zu stehlen, während sie 95% für das Land übrig lassen. Auf diese Weise werden sie sehr reich, bleiben aber auch leidlich sicher, da die rasch steigende allgemeine Prosperität jede größere Unzufriedenheit abfedert. Amerikas viel dreistere herrschende Gauner haben jedoch begonnen, regelmäßig 50% von allem zu stehlen und zudem in steigendem Ausmaß ein begehrliches Auge auf die verbleibenden 50% zu werfen, während sie sich die ganze Zeit darauf verlassen, dass die hypnotische Effektivität ihrer kontrollierten landesweiten Medien jeglichen Volksaufstand verhindert und ihre weitere gute Gesundheit sicherstellt. Mit Bedauern nehme ich an, dass die Chancen exzellent stehen, dass sie weitgehend recht haben mit dieser arroganten und unbekümmerten Einschätzung, aber ich möchte auf keinen Fall in ihren Schuhen stecken, wenn sich herausstellt, dass sie nicht recht haben.

Übersetzung: http://www.antikrieg.com
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Beitrag Verfasst: Freitag 1. Juni 2012, 20:13 
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Beitrag Verfasst: Freitag 8. Juni 2012, 07:51 
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Verbitterung ist ihr fremd

Von Christa Huillier

Oftersheim. Die 50-jährige Diplom-Sozialpädagogin Claudia Klein lebt mit ihrer Tochter Madelenja in Oftersheim. Sie ist alleinerziehend, berufstätig, fährt mit ihrem Auto zur Arbeit und versorgt ihren Haushalt. Ihre Hobbys sind Fotografieren, Schwimmen, Skilaufen, Steptanz, Seiden- und Glasmalerei und seit Kurzem Reiten. Ein ganz normales Frauenleben? Nein, denn Claudia Klein führt seit einem halben Jahrhundert ein Leben unter erschwerten Bedingungen. Ihr Alltag wird beherrscht von vielen Hindernissen, die fast unüberwindbar erscheinen. Claudia Klein ist eines der 5000 deutschen "Contergankinder", 1961 kam sie ohne Arme zur Welt, ihre Mutter hatte im Frühstadium der Schwangerschaft Contergan gegen Übelkeit eingenommen.

Die Firma Grünenthal brachte das Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid 1957 auf den Markt, eine 30er-Packung kostete 3,90 Mark. Von der Werbung als Mittel ohne Nebenwirkungen gepriesen, "völlig harmlos wie Zuckerplätzchen", schluckten Millionen von Menschen in aller Welt Contergan bei Schlafstörungen und Nervosität. Bereits 1958 wurde vor Nebenwirkungen gewarnt, Totgeburten und Fehlbildungen an den Extremitäten und inneren Organen häuften sich. Einer der aufsehenerregendsten Arzneimittelskandale Deutschlands nahm seinen Lauf.

Im August 2010 reichte das Contergannetzwerk Deutschland Klage beim Europäischen Gerichtshof in Straßburg ein, über die Beschwerde von Claudia Klein und zehn weiteren Opfern wird voraussichtlich 2013 entschieden. Die Oftersheimerin ist überzeugt, dass die Gelassenheit, mit der ihre Eltern nach dem ersten Schock mit der Behinderung ihrer Tochter umgingen, damit zusammenhängt, dass beide selbst gehbehindert sind. Ihre Zeit in einem Mannheimer Kindergarten wurde durch mehrere Hüftoperationen unterbrochen, Grund- und Hauptschule absolvierte Claudia Klein im Rehabilitationszentrum Neckargemünd. Mittlere Reife und Fachhochschulreife erwarb sie in Schwetzingen, die Berufsakademie Mannheim verließ sie als Diplom-Sozialpädagogin. Sie arbeitete unter anderem bei der AWO als Einsatzleiterin für den Mobilen Sozialen Dienst und leitete in Reilingen das Jugendhaus.

Seit 2006 ist Claudia Klein unter anderem persönliche Ansprechpartnerin im Job-Center Mannheim, klärt Leistungsansprüche, berät und vermittelt Hilfsbedürftige. Im Verein "Ganzheitliches Bildungs- und Beratungszentrum zur Förderung und Integration von behinderten und chronisch erkrankter Frauen und Mädchen" in Heidelberg ist sie seit 2000 im Vorstand ehrenamtlich tätig.

Klein muss mit zahlreichen Erschwernissen zurechtkommen. Einfachste Dinge, wie Haare waschen, Schuhe binden, zur Toilette gehen oder Wäsche aufhängen werden zu fast unüberwindlichen Hürden. Ihre größte Hilfe ist Tochter Madelenja, aber auch die Eltern und Freunde stehen ihr zur Seite. Ihr Auto besitzt eine Fußlenkung, ihr Computer eine Mini-Tastatur, die Rollläden öffnen und schließen sich elektrisch. Klein ist eine Tüftlerin, eine Baby-Spezialtrage "Känguru" ist ebenso ihre Erfindung wie eine zusammenklappbare Anziehhilfe.

"Es gibt keine Schwierigkeiten, nur Herausforderungen. Geht nicht, gibt es nicht", sagt sie selbstbewusst. So wurde nun das Reiten zu ihrem Lieblingssport. Im Reitstall Siegel in Schwetzingen helfen ihr Reitlehrerin Isabelle Morano und der Friese Frisco, sich ihren lang gehegten Wunsch zu erfüllen. "Ich bin begeistert, Frisco ist lammfromm und sensibel, er spürt, ob ich gut oder mies drauf bin", sagt die Reiterin. Ganz stolz ist Klein, dass sie Frisco alleine lenken und ohne Longe frei durch die Halle reiten kann. Klein ist eine Kämpferin, Verbitterung ist ihr fremd. Sie lebt nach dem Motto ihrer Eltern: "Es ist, wie es ist, damit muss man umgehen und zurechtkommen".

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Beitrag Verfasst: Freitag 8. Juni 2012, 07:51 
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Beitrag Verfasst: Donnerstag 14. Juni 2012, 21:30 
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Allein gelassen

Contergan-Opfer Bianca Vogel initiieren Petition

Kampf gegen den Pharmariesen Grünenthal

Der größte Arzneimittelskandal in der Geschichte der Bundesrepublik war der Contergan-Skandal. Anfang der 60er Jahre stellte sich heraus, dass das Beruhigungsmittel schwere Missbildungen bei Neugeborenen verursachte. Weltweit wurden 10.000 Menschen durch Contergan geschädigt, in Deutschland etwa 7000, von denen zwei Drittel bereits gestorben sind.


Der letzte Ausweg: eine Petition

Die Überlebenden kämpfen mit ihrer Behinderung und den immer schlimmeren Folgeschäden, und das bei unzureichender finanzieller Versorgung. Bianca Vogel aus Sinzig, selbst contergangeschädigt, hat nun eine Petition initiiert, die den Betroffenen eine angemessene Versorgung und ein Leben in Würde sichert. Erika Kröll hat sie besucht.
Biancas Lebensmut

Bianca Vogel hat ganz kurze Arme. Ihre kleinen Hände reichen gerade so weit, dass sie mit Mühe ihr Kinn darauf abstützen kann. Trotz ihrer Behinderung führte Bianca Vogel ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben, als Dressurreiterin bei den Paralympics und als Erzieherin. Doch jetzt geht das nicht mehr.

"Selbst ich bin - aufgrund meiner Folgeschäden - gezwungen in Teilverrentung zu gehen. Ich kann meinen Job nicht mehr ausführen. Das war auch der Grund, warum ich mich aus dem Leistungssport verabschieden musste, weil ich hochdosierte Schmerzmittel nehme, damit ich mich überhaupt noch bewegen kann."

Biancas Mutter hat während ihrer Schwangerschaft 1960 eine einzige Contergan-Tablette genommen.

"Contergan ist ja nicht nur das äußerlich Ersichtliche, also kurze Arme oder Beine. Contergan hat auch sehr viele Schäden innerlich gemacht, sei es am Knochengerüst - Rücken, Hüfte - oder das Herz ist nicht richtig formiert. Und die Nervenschäden kommen noch mit dazu."
Kleine Rente - große Sorgen

Ein Leben ohne Einkommen muss anderweitig finanziert werden. Die staatliche Rente für Contergangeschädigte von maximal 1127 Euro reicht dafür nicht aus.

"Ich brauch ja auch täglich Assistenz um auf Toilette zu gehen, mich an und aus zu ziehen. Ich brauche meine Zähne um etwas aufzuheben und etwas zu greifen. Also habe ich einen Zahnabrieb bis auf den Zahnknochen. Ich habe schon einige Kronen gekriegt, aber die musste ich selber zahlen. Wenn ich aus meinem Berufsleben ausscheiden muss, komme ich mit der Rente nicht aus."
Die Forderungen an den Pharmariesen Grünenthal

In den 70er Jahren fanden mehrere Prozesse gegen die Firma unzureichender finanzieller Versorgung statt, die Contergan auf den Markt gebracht hatte. Doch die Eltern der Contergan-Kinder hielten dem Druck nicht stand und ließen sich zu einem Vergleich überreden, der eine Einmalzahlung und eine Rente vorsah. Damit will sich Bianca Vogel aber nicht zufrieden geben.

"Wir verlangen eine Entschädigung, damit wir unser Leben anders gestalten können, d.h. nicht ständig Anträge stellen müssen, Bittsteller sein bei Sozialbehörden usw. Ich verlange einen Dialog mit der Bundesregierung auf Augenhöhe und ich verlange auch von beiden Seiten - Bundesregierung und die Firma Grünenthal - eine wahrhaftige Entschuldigung."


Helfen Sie mit!

Wer Bianca Vogel und andere Contergangeschädigte unterstützen möchte, findet die Petition und weitere Informationen auf der Interseite vogelbianca.de.klick

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Beitrag Verfasst: Sonntag 24. Juni 2012, 10:29 
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Contergan und die Spätfolgen

Eine neue, noch unveröffentlichte Studie offenbart bisher nicht bekannte körperliche Schädigungen bei den Contergan-Opfern. Die Herstellerfirma wird nicht mehr zahlen müssen. Aber auf die Bundesregierung könnten weitere Kompensationszahlungen zukommen Von Anette Dowideit
Die Gerüchte kursierten seit Langem bei den Contergan-Geschädigten: Von Operationen, bei denen die Patienten verblutet seien, war die Rede; von versehentlich durchtrennten Nervenbahnen; von Patienten, denen kein Blut abgenommen werden konnte oder bei denen der Pulsschlag nicht an der typischen Stelle zu ertasten war. Alles Hinweise darauf, dass die Blut- und Nervenbahnen von Contergan-Geschädigten anders verlaufen als die anderer Menschen. Für die Betroffenen würde das bei jedem chirurgischen Eingriff ein erhebliches Risiko darstellen.

Nun scheint sich dieser Verdacht zu erhärten. Die von den Auftraggebern unter Verschluss gehaltenen Zwischenergebnisse einer Studie der Universität Heidelberg legen nach Informationen der "Welt am Sonntag" nahe, dass die untypisch angelegten Gefäßsysteme eine weitere, bisher noch nicht medizinisch anerkannte Folge von Contergan sind. "Fest steht, dass diese Schädigung noch nicht bekannt war, als die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die finanzielle Kompensation der Betroffenen festgelegt wurden", sagt Christina Ding-Greiner vom Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg.

Nach Informationen der "Welt am Sonntag" könnte die Erkenntnis, dass die Betroffenen offenbar noch stärker eingeschränkt sind als bisher bekannt, dazu führen, dass ein neues Gesetz auf den Weg gebracht wird - und die Bundesregierung den Contergan-Opfern höhere Kompensationen als bislang zahlen muss. Das bestätigte das Familienministerium auf Anfrage. "Ob und wenn ja welche Teile der Studie Grundlage eines neuen Gesetzes werden, steht derzeit noch nicht fest", heißt es im Haus von Ministerin Kristina Schröder (CDU). Über mögliche zusätzliche Gelder des Bundes für die Geschädigten müsse der Bundestag entscheiden.

Ein neuer Gesetzentwurf könnte bereits am kommenden Mittwoch ins Rollen kommen. Dann nämlich werden erste Zwischenergebnisse den Bundestagsabgeordneten im Familienausschuss in einer nicht öffentlichen Sitzung vorgestellt. Es gilt im Parlament als wahrscheinlich, dass die Abgeordneten im Anschluss daran ein neues Änderungsgesetz zum bestehenden Gesetz über die Entschädigungszahlungen, das Conterganstiftungsgesetz, auf den Weg bringen werden.

Der Fall Contergan Anfang der 60er-Jahre war einer der größten Arzneimittelskandale in der Geschichte der Bundesrepublik. Das millionenfach verkaufte Beruhigungsmittel mit dem Wirkstoff Thalidomid war bis Ende der 50er-Jahre rezeptfrei erhältlich und wurde gezielt als Beruhigungsmittel für Schwangere vertrieben. Jahre später stellte sich heraus, dass es zu schweren Fehlbildungen bei den Föten kommen konnte. Weltweit wurden als Folge der Contergan-Einnahme nach Schätzungen von Betroffenenverbänden mindestens 5000 Babys mit Fehlbildungen geboren.

Das Pharmaunternehmen Grünenthal aus Stolberg bei Aachen, von dem das verhängnisvolle Mittel stammte, muss allerdings wohl keine zusätzlichen Schadenersatzansprüche befürchten. Für die lebenslange Versorgung der rund 2700 in Deutschland noch lebenden Contergan-Geschädigten ist allein die Bundesregierung verantwortlich. Hintergrund für diese Regelung ist eine Einigung aus den 70er-Jahren. Damals schlossen die Eltern der Kinder, die mit Missbildungen auf die Welt gekommen waren, nach einem zweijährigen Gerichtsprozess einen Kompromiss mit Grünenthal: Das Unternehmen verpflichtete sich, 100 Millionen Mark in die Stiftung Hilfswerk für behinderte Kinder, später umbenannt in Conterganstiftung, einzuzahlen. Im Gegenzug stimmten die Eltern zu, auf alle weiteren Klagen zu verzichten.

In die Stiftung zahlte zusätzlich die Bundesregierung ein, bis heute insgesamt umgerechnet 163,6 Millionen Euro. Seit die Stiftungsgelder vor rund 15 Jahren aufgebraucht waren, kommt der Bund für die Renten der Betroffenen auf. Unter Rechtsexperten gilt es als unwahrscheinlich, dass der Fall aufgrund der neuen Sachlage noch einmal aufgerollt wird. Mit freiwilligen zusätzlichen Zahlungen des Arzneimittelherstellers werden die Geschädigten ebenfalls wohl nicht rechnen können. Das Unternehmen weist auf Anfrage darauf hin, dass mit Grünenthal-Geld an der Entwicklung einer "Patientenkarte" gearbeitet werde, die künftig zum Beispiel bei Notfall-Operationen zum Einsatz kommen solle. Auch würden Schwerstbetroffene in akuter Not bereits freiwillig finanziell zusätzlich unterstützt.

Die ersten Ergebnisse der Heidelberger Studie, die erst Ende des Jahres ganz abgeschlossen sein wird, enthalten noch weitere Sprengkraft. Das soziologische Forschungsprojekt, das der Bundestag initiiert hat und für das knapp 900 Contergan-Geschädigte befragt wurden, ergab: Die meisten Betroffenen können mit den Entschädigungszahlungen, die sie von der Stiftung erhalten, bei Weitem nicht ihre täglichen Kosten für Pflege- und Assistenzkosten bewältigen. Mehr als 70 Prozent der Geschädigten müssen demnach Kosten für notwendige Therapien wie Krankengymnastik, die nicht von der Krankenkasse gezahlt werden, selbst aufbringen. Die Hälfte der Betroffenen muss zudem Umbaumaßnahmen in der Wohnung selbst leisten oder von Angehörigen finanzieren lassen, weil die gesetzlich festgelegten Kompensationszahlungen dafür nicht ausreichen.

Mehr noch: Mit steigendem Alter der Geschädigten dürften sich auch die Kosten für Pflege und medizinische Behandlung erhöhen, so die Autoren. Schon jetzt hat sich der Gesundheitszustand vieler Betroffener zum Beispiel durch Verschleißerscheinungen an Gelenken so stark verschlechtert, dass ein Drittel seiner Erwerbstätigkeit nicht mehr nachgehen könne. Die Autoren rechnen damit, dass die meisten nicht bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters werden arbeiten können. Das erhöht das Risiko, dass die Betroffenen unter die Armutsgrenze rutschen.

Pro Monat erhalten Contergan-Geschädigte in Deutschland seit 2009 maximal 1127 Euro. Hinzu kommt derzeit eine vorübergehende jährliche Sonderzahlung. Den Höchstbetrag von 1127 Euro erhalten jedoch nur die Betroffenen mit den schwersten Schädigungen. Darunter sind diejenigen, die ohne Arme und Beine und mit deformierten Händen und Füßen auf die Welt gekommen sind - die Geschädigten also, die in der öffentlichen Wahrnehmung typischerweise mit Contergan assoziiert werden. Es gibt jedoch auch weniger stark Betroffene, die beispielsweise ausschließlich unter Hörschäden leiden.

Wer wie viel Geld aus dem Topf des Bundes erhält, entscheidet eine zentrale Stelle in Köln: die vom Familienministerium beaufsichtigte Conterganstiftung für behinderte Menschen. Sie teilt das Geld nach einem umstrittenen Punkteverfahren zu, bei dem die Punkte von einer medizinischen Kommission vergeben werden. Punkte gibt es etwa für Hörschäden oder Fehlbildungen an Augen und inneren Organen. Nicht anrechnungsfähig sind dagegen bisher die untypisch verlaufenden Gefäße - obwohl der Stiftung offenbar seit Längerem bekannt ist, dass auch diese Schädigung von Contergan verursacht worden sein dürfte.

Das zumindest geht aus internen Unterlagen der Stiftung hervor, die der "Welt am Sonntag" vorliegen. So schreibt ein Mitglied der medizinischen Stftiungskommission in seiner Einschätzung des Hochstufungsantrags einer Betroffenen, die Gefäßveränderungen geltend machen wollte: "Die Problematik der Blutgefäßveränderungen bei Thalidomidgeschädigten wird zunehmend häufig in den Schadensanträgen thematisiert (...) und sollte - wie öfters angeregt - im Fachkreis diskutiert werden."

Angesichts der sich nun offenkundig bestätigenden zusätzlichen Fehlbildungen und der Tatsache, dass die Rentenzahlungen an die Betroffenen für die nötige Bewältigung des Alltags kaum ausreichen, gerät die Bundesregierung unter Druck von Rechtsexperten und Interessengruppen. Der renommierte Berliner Rechtsanwalt Jan Hegemann etwa, der schon mehrfach Contergan-Geschädigte in Rechtsstreitigkeiten gegenüber der Firma Grünenthal vertreten hat, sagt, eine Gesetzesnovelle, die den Betroffenen höhere Zahlungen bescheren würde, sei nun "nicht nur möglich, sondern sogar zwingend notwendig".

Auch die Conterganstiftung selbst und ihre Beschlüsse geraten immer wieder unter Beschuss - so auch im Fall der Heidelberger Studie. Bereits vor einem Monat hatten die Heidelberger Gerontologen der Stiftung ihre Zwischenergebnisse vorgestellt und sie mit eindringlichen Handlungsempfehlungen verbunden. Unter anderem werden die Stiftung und die dahinter stehenden Verantwortlichen in der Politik aufgefordert, die ausreichende Versorgung der Geschädigten mit Hilfsmitteln und pflegerischen Leistungen sicherzustellen.

Was das neu entdeckte Schadensbild angeht, forderten sie die Stiftung auf, eine klinische Studie in Auftrag zu geben, die Veränderungen an Gefäßen, Nerven und am Skelettsystem systematisch untersuchen soll - um die entscheidende Frage zu klären, ob es sich um vorgeburtliche, durch Contergan hervorgerufene Schädigungen handelt. "Unserer Einschätzung nach ist eine sachliche Information der Betroffenen angesichts der Risiken bei chirurgischen Eingriffen geboten", sagt Forscherin Ding-Greiner.

Jeder Tag zählt, um die Contergan-Geschädigten und ihre Ärzte vor möglichen Komplikationen bei Operationen zu warnen - dieser Ansicht sind zumindest die Betroffenenverbände. Die Conterganstiftung hält die Ergebnisse bislang trotzdem unter Verschluss. Die Mitglieder des Stiftungsrats, der den Vorstand kontrollieren soll und in dem unter anderem Vertreter der Geschädigten sitzen, wurden nach Informationen dieser Zeitung instruiert, Stillschweigen über die heiklen Forschungsergebnisse zu bewahren. "Ich verstehe die Zögerlichkeit der Stiftung angesichts der Risiken für die Betroffenen nicht", sagt Rechtsexperte Hegemann dazu.

Die Stiftung selbst teilt auf Anfrage mit, der Bundestag habe ihr ursprünglich den Auftrag erteilt, die Studie auszuschreiben - und daher seien seine Mitglieder auch als Erste informationsberechtigt. Sobald die Abgeordneten in der kommenden Woche unterrichtet seien, wolle man die kritischen Ergebnisse auch auf der Website der Stiftung veröffentlichen. Erst dann sind sie auch für die Betroffenen selbst einsehbar.
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Beitrag Verfasst: Sonntag 24. Juni 2012, 10:31 
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Beitrag Verfasst: Dienstag 26. Juni 2012, 07:32 
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20.06.2012 | 10:30 Uhr
Pharmaunternehmen Grünenthal als einer der besten Arbeitgeber Europas ausgezeichnet
Standorte Irland, Spanien, Belgien und Niederlande bei Europe Awards Ceremony in Berlin ausgezeichnet


Aachen (ots) - Die Grünenthal Gruppe gehört zu den besten Arbeitgebern Europas. Zu diesem Ergebnis kam das Great Place to Work® Institut, das in seiner diesjährigen europäischen Bestenliste gleich vier Standorte des Pharmaunternehmens aus Aachen auszeichnete. Durch die Erfolge auf nationaler Ebene in Spanien, Belgien, den Niederlanden und Irland zählt die Grünenthal Gruppe in diesem Jahr erstmals zu den Top 25 Arbeitgebern Europas.

Auszeichnung bei Great Place to Work® Awards in Berlin

Die feierliche Preisverleihung fand am 19. Juni im Rahmen der Europe Awards Ceremony im Axica in Berlin statt. Stellvertretend für alle vier ausgezeichneten Grünenthal-Standorte nahm Tom Coogan, General Manager der irischen Tochtergesellschaft Grünenthal Pharma Ltd., die Ehrung entgegen. "Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, besonders weil es das erste Mal für uns ist. Die Auszeichnung spiegelt die Hingabe und das Engagement unserer Mitarbeiter wider, die ständig nach Exzellenz streben - an jedem Arbeitstag", freut sich Coogan über die Auszeichnung.

Dies bestätigte auch Dr. Heinz-Gerd Suelmann, Executive Vice President Global Human Resources: "Es ist auch weiterhin das erklärte Ziel der gesamten Grünenthal Gruppe, unseren Mitarbeitern ein erstklassiges Arbeitsumfeld und eine einmalige Unternehmenskultur zu bieten. Wir wollen, dass sich unsere engagierten und motivierten Mitarbeiter einbringen und die Zukunft unseres Unternehmens mitgestalten - gemeinsam arbeiten wir daran, weltweit ein Great Place to Work® zu werden."

Standorte überzeugen Auditoren

Voraussetzung für die Teilnahme an den nationalen Wettbewerben ist eine jährliche Mitarbeiterbefragung sowie ein Kulturaudit des Great Place to Work® Institutes. Darin bewerten externe Auditoren sämtliche Initiativen und Prozesse, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Arbeitsplatzkultur haben. Besonders die Maßnahmen aus dem Bereich Human Ressources sowie der Unternehmenskommunikation stehen hier auf dem Prüfstand. Erst auf Basis dieser Ergebnisse können sich Unternehmen im nationalen Wettbewerb als Great Place to Work® qualifizieren.

Über Grünenthal

Die Grünenthal Gruppe ist ein unabhängiges, international tätiges, forschendes Pharmaunternehmen im Familienbesitz mit Konzernzentrale in Aachen. Aufbauend auf ihrer einmaligen Kompetenz in der Schmerzbehandlung ist es das Ziel, das patientenzentrierteste Unternehmen und damit führend in Therapie-Innovation zu werden. Als eines der letzten fünf forschenden Pharmaunternehmen mit Konzernzentrale in Deutschland investiert Grünenthal nachhaltig in die Forschung und Entwicklung. Im Jahr 2011 betrugen diese Investitionen circa 25% des Umsatzes. Die Forschungs- und Entwicklungsstrategie Grünenthals konzentriert sich auf ausgesuchte Therapiegebiete und modernste Technologien. Den Schwerpunkt bildet die intensive Suche nach neuen Wegen, um Schmerzen besser, nachhaltiger und mit weniger Nebenwirkungen zu lindern. Die Grünenthal Gruppe ist in 26 Ländern weltweit mit Gesellschaften vertreten. Grünenthal-Produkte sind in mehr als 155 Ländern erhältlich und circa 4.200 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Grünenthal Gruppe. Der Umsatz 2011 beträgt 947 Mio EUR. Weitere Informationen unter: www.grunenthal.com

Über Great Place to Work® Institute Europe

Das Great Place to Work® Institute Europe wurde 2001 gegründet und veröffentlichte im März 2003 erstmals die Liste der "100 besten Arbeitgeber Europas" im Auftrag der Europäischen Kommission. Die Erstellung dieses Rankings erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Verbänden. Die besten Unternehmen auf Länderebene nehmen automatisch am Wettbewerb "Europas Beste Arbeitgeber" teil. Zusätzlich zur jährlichen Bewertung von Arbeitgebern unterstützt das Great Place to Work® Institut Unternehmen außerdem dabei, ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und die Qualität des Arbeitslebens ihrer Mitarbeiter zu erhöhen.

Pressekontakt:

Kontakt:
Frank Schönrock
Vice President Corporate Communications
Tel.: +49 241 569-1568
Fax: +49 241 569-3539
frank.schoenrock@grunenthal.com

Grünenthal GmbH
52099 Aachen
Deutschland
www.grunenthal.com

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Beitrag Verfasst: Donnerstag 28. Juni 2012, 08:23 
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Contergan: Woran Betroffene leiden
25.06.2012 KVNO aktuell
Bei seinem ersten Kölner Dialogtag begrüßte der „Interessenverband Contergangeschädigter Nordrhein-Westfalen e.V.“ am 17. Mai rund 100 Betroffene, Angehörige und interessierte Gäste, die sich über die mit dem Krankheitsbild verbundene Situation informierten. Diskutiert wurde, welche rechtlichen und medizinischen Möglichkeiten es gibt, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.

Bundesweit leben 2700 Menschen mit Behinderungen durch Contergan, rund 800 davon in Nordrhein-Westfalen. Studien belegen, dass die Betroffenen im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung im Alter von 50 bis 54 Jahren enormen Belastungen ausgesetzt sind – physisch, psychisch und im sozialen Umfeld. Dazu kommen orthopädische, internistische und neurologische Schäden als Folgen jahrelanger Behinderung. Krankengymnastik, Massage und Lymphdrainage können helfen – hier sehen sich die Contergangeschädigten eklatant unter versorgt, wie Claudia Schmidt-Herterich, Vorsitzende des Interessenverbandes, deutlich machte. Die KV Nordrhein möchte dazu beitragen, am Thema Conterganschädigung interessierte Ärzte und Psychotherapeuten zu vernetzen – Ansprechpartner ist die Kooperationsberatung für Selbsthilfegruppen und Ärzte (KOSA).
Kontakt

Kooperationsberatung für Selbsthilfegruppen und Ärzte (KOSA) der KV Nordrhein
Telefon 0211 5970 8090

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Beitrag Verfasst: Freitag 29. Juni 2012, 08:05 
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28.06.2012 - 20:25
Neue Contergan-Studie belegt Handlungsbedarf

Berlin (kobinet) Ein neuer Bericht zu contergangeschädigten Menschen zeigt nach Ansicht des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Handlungsbedarf. Der Bericht zeige, so Hubert Hüppe, dass Contergan zu noch stärkeren Folgeschäden geführt hat und immer noch führt, als viele bisher glaubten. Die Bundesregierung hätte schon längst handeln können, hat aber statt dessen durch vierjährige Untätigkeit den Leidensdruck unnötig vergrößert, kommentierte der Bundestagsabgeordnete Ilja Seifert heute den Zwischenbericht der gestern im Familienausschuss des Bundestages behandelten Studie der Universität Heidelberg.

"Es liegen nunmehr umfassende Erkenntnisse zu speziellen Bedarfen und Versorgungsdefiziten contergangeschädigter Menschen vor", so Hüppe. Diese Erkenntnisse müssten jetzt aber auch zu Entscheidungen führen, die die Lebenssituation contergangeschädigter Menschen spürbar verbessern. Der Bericht zeige, dass Contergan zu noch stärkeren Folgeschäden geführt hat und immer noch führt, als viele bisher glaubten. "Gleichzeitig bestätigt der Bericht die Betroffenen, die schon seit Langem auf diese Folgeschäden hinweisen", so der Beauftragte. Zu den Folgeschäden gehören laut Bericht etwa Gelenke und Gliedmaßen, die durch Fehlbelastungen schneller verschleißen. Hinzu komme nach dem Bericht etwa ein mit zunehmendem Alter steigender Assistenz- und Pflegebedarf, der oft nicht gedeckt ist.

Der im Familienausschuss vorgestellte Zwischenbericht der Studie "Wiederholt durchzuführende Befragungen zu Problemen, speziellen Bedarfen und Versorgungsdefiziten in Deutschland lebender contergangeschädigter Menschen" wurde vom Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg erarbeitet. Grundlage ist ein Beschluss des Bundestages vom 22. Januar 2009.

Die Handlungsempfehlungen ähneln den seit mehreren Jahren bestehenden Forderungen von Conterganopfern und ihren Verbänden, hält der behindertenpolitische Sprecher der Linken im Bundestag fest. Positiv an der Studie von der Universität Heidelberg sei, dass nunmehr die Lebenssituation der Conterganopfer von einem renommierten Institut wissenschaftlich belegt ist. Die Linke bedauert, dass die Mehrheit des Ausschusses ihren Antrag auf Teilnahme von Conterganopfer ablehnte. Sie erwartet, dass bei dem kommenden (im Herbst 2012 geplanten) Gespräch im Ausschuss die Betroffenen einbezogen werden. sch

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Beitrag Verfasst: Samstag 30. Juni 2012, 08:01 
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Freitag, 29. Juni 2012
Studie: Contergan-Opfer häufiger pflegebedürftig


50 Jahre nach dem Contergan-Skandal werden weitere Spätfolgen bekannt. Viele Menschen, die aufgrund des Medikaments mit Fehlbildungen geboren wurden, werden mit zunehmendem Alter pflegebedürftiger. Darauf weist die Contergan-Stiftung in einer Studie hin, die mehrere Bundestagsfraktionen in Auftrag gegeben hatten. Als Hauptgrund wird genannt, dass die Gelenke und Gliedmaßen schneller verschleißen.

Contergan war ein Schlaf- und Beruhigungsmittel, das Ende der fünfziger Jahre besonders für Schwangere empfohlen wurde, unter anderem auch gegen morgendliche Übelkeit. Weltweit wurden dadurch viele ungeborene Kinder schwer geschädigt. Besonders häufig traten Fehlbildungen an Armen und Händen auf, aber auch innere Organe und das Nervensystem wurde bei viele geschädigt. In Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf 5.000 geschätzt, fast die Hälfte von ihnen starb noch im Säuglingsalter. Der deutsche Hersteller Grünenthal nahm das Medikament 1961 vom Markt.

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